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Wie sich frühe Freundschaften in der Kinderbetreuung bilden

Wie sich frühe Freundschaften in der Kinderbetreuung bilden

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Können Kleinkinder echte Freunde haben? Ja – obwohl frühe Freundschaften anders aussehen als Freundschaften unter Erwachsenen und sich in ihrem eigenen Tempo entwickeln. Das Verständnis dafür, wie sich frühe Freundschaften bilden, hilft Eltern zu schätzen, was ihr Kind in der Kinderbetreuungseinrichtung entwickelt.

Healthbooq unterstützt Familien beim Verständnis der sozialen Entwicklung von Kindern.

Wie frühe Freundschaft aussieht

Noch bevor Kinder über ausreichend Sprachfähigkeit für eine Unterhaltung verfügen, bilden sie Vorlieben für bestimmte Altersgenossen. Ein 12–18 Monate altes Kind kann sich beständig einem bestimmten Kind im Raum nähern, versuchen, in seiner Nähe zu sein, und eine positive Reaktion auf dessen Anwesenheit zeigen. Dies ist eine echte Beziehungspräferenz – die früheste Form von Freundschaft.

Mit der Entwicklung der Sprache (ab etwa 18 Monaten) wird die Freundschaft sichtbarer:

  • Ein Kind beim Namen nennen
  • Nach ihm fragen, wenn es abwesend ist („Wo ist Mia?")
  • Es speziell zum Spielen aufsuchen
  • Deutlich traurig sein, wenn ein bevorzugter Altersgenosse geht

Mit 3–4 Jahren sind Kinder oft klar selektiv bei ihren bevorzugten Spielpartnern und können artikulieren, wen sie als Freund betrachten.

Wie Freundschaften entstehen

Frühe Freundschaften entwickeln sich durch:

Wiederholte Nähe. Einfach wiederholt in derselben Umgebung zu sein, schafft Vertrautheit. Vertrautheit reduziert Wachsamkeit und erhöht die Wahrscheinlichkeit positiver Interaktionen. Umgebungen mit stabilen Gruppen von Altersgenossen (wo Kinder jeden Tag die gleichen Kinder sehen) sind förderlicher für Freundschaftsbildung als Umgebungen mit wechselnden Gruppen.

Gemeinsame Interessen. Kinder, die zu den gleichen Aktivitäten tendieren, treffen sich wiederholt. Zwei Kinder, die beide das Sandtablett lieben, treffen sich dort regelmäßig und bauen Vertrautheit durch gemeinsame Beteiligung auf.

Positive Erfahrung. Freundschaften verfestigen sich durch positive Interaktionen – zusammen lachen, Spielzeiten, die aufregend oder lustig waren, gegenseitiger Erfolg in einem Spiel. Eine gemeinsam erlebte freudige Erfahrung ist der wirkungsvollste Freundschaftsbildner in der frühen Phase.

Temperamentübereinstimmung. Einige Paare passen einfach zusammen – ähnliche Energieniveaus, kompatible Spielstile, ähnlicher Humor (auch mit 2 Jahren bemerken Kinder den Humor des anderen). Diese natürlichen Übereinstimmungen entstehen leichter und dauerhafter.

Was Freundschaft für die Entwicklung tut

Forschungen zu frühen Beziehungen zwischen Altersgenossen (einschließlich Arbeiten von Willard Hartup) zeigen, dass Kinder, die Freundschaften in Kinderbetreuungseinrichtungen in der frühen Kindheit bilden, bessere Ergebnisse in der späteren sozialen Entwicklung haben. Ein bestimmter Freund bietet eine Sicherheitsbasis in der Altersgenossengruppe – ein Kind mit einem Freund kann die soziale Komplexität der größeren Gruppe besser bewältigen.

Die Rolle der Eltern

Eltern können die Freundschaftsentwicklung unterstützen durch:

  • Beibehaltung eines konsistenten Musters der Kinderbetreuungsaufmerksamkeit (unregelmäßige Anwesenheit reduziert die Vertrautheit mit Altersgenossen)
  • Fragen in der Einrichtung, mit wem das Kind spielt, und Erleichterung von Verbindungen außerhalb der Einrichtung, falls angemessen

Das Wichtigste auf einen Blick

Frühe Freundschaften in der Kinderbetreuung entstehen schrittweise durch wiederholte Interaktion, gemeinsame Interessen und Nähe. Bereits Kleinkinder können echte Vorliebsbeziehungen bilden – sie suchen bestimmte Kinder auf, leuchten auf, wenn diese ankommen, und zeigen Unbehagen, wenn sie gehen. Diese frühen Freundschaften sind zwar nicht identisch mit Freundschaften unter Erwachsenen, sind aber entwicklungsmäßig bedeutsam und tragen zur sozialen und emotionalen Entwicklung bei.