Die meisten Eltern bemerken, dass ihr Kleinkind beginnt, eine Hand zu bevorzugen, manchmal schon so früh wie 18 Monate bis zwei Jahre, und fragen sich, ob dies signifikant ist oder ob sie etwas dagegen tun sollten. Eine kleinere Gruppe von Eltern hat Kinder, die anscheinend beide Hände unterschiedslos bis weit in die Vorschulzeit gut benutzen und fragen sich, ob etwas verzögert ist.
Die kurze Antwort in beiden Fällen ist normalerweise zu beobachten und nicht einzugreifen. Händigkeit ist eine neurologische Charakteristik, die zugrunde liegende Hirnlateralisierung widerspiegelt, sie entwickelt sich auf ihrer eigenen Zeitachse, und Versuche, sie zu beeinflussen, sind unwirksam und können Schaden verursachen.
Healthbooq (healthbooq.com) deckt motorische Entwicklung und Entwicklungsmeilensteine durch die frühen Jahre ab.
Wie sich die Händigkeit entwickelt
In der Neugeborenenperiode gibt es keine sinnvolle Handpräferenz. Säuglinge benutzen beide Hände in der von frühen Reflexen vorgegebenen symmetrischen Weise.
Zwischen etwa 6 und 12 Monaten beginnen einige Säuglinge, mild Präferenzen für eine Hand über die andere in bestimmten Aufgaben zu zeigen, obwohl diese frühen Präferenzen oft inkonsistent sind. Die meisten Kinder im Alter von 12 bis 18 Monaten wechseln immer noch zwischen Händen, je nach Aufgabe und Annäherung.
Zwischen 18 Monaten und drei Jahren beginnt sich eine Bevorzugung typischerweise klarer zu zeigen. Das Kind beginnt, konsistent mit einer Hand zu greifen, einen Löffel oder Wachsstift konsistent mit einer Hand zu halten, und benutzt die nicht-bevorzugte Hand häufiger für Stabilisierungsaufgaben.
Im Alter von vier bis fünf Jahren haben die meisten Kinder eine klare, etablierte Handpräferenz, die konsistent über Aufgaben hinweg ist. Dies ist das Alter, in dem die Bevorzugung gut genug etabliert ist, um zuverlässig bewertet zu werden.
Etwa 10 Prozent der Bevölkerung ist Linkshänder, ein Anteil, der über Kulturen und Geschichte hinweg bemerkenswert stabil war. Rechtshändigkeit ist häufiger, was widerspiegelt, dass die linke Hirnhemisphäre (die die rechte Körperseite kontrolliert) bei der großen Mehrheit der Menschen dominant für Sprache und Feinmotorik ist.
Was die Händigkeit beeinflusst
Die Händigkeit ist hauptsächlich genetisch bestimmt, aber nicht vollständig. Identische Zwillinge teilen Händigkeit in etwa 75 Prozent der Fälle, was einen starken, aber nicht bestimmenden genetischen Beitrag anzeigt. Umweltfaktoren sind weniger klar.
Theorien über fötale Position, pränatale Hormonexposition und Geburtskomplikationen mit Auswirkungen auf die Händigkeit existieren, aber die Belege sind nicht stark oder konsistent. Was klar ist, ist, dass Händigkeit nicht etwas ist, das Eltern sinnvoll durch die Hand beeinflussen können, die sie Dinge anbieten oder welche Hand sie ein Kind benutzen zu ermutigen können.
Linkshändigkeit
Linkshändigkeit hat keine negativen Auswirkungen auf Entwicklung, Intelligenz oder Fähigkeit. In der Tat sind Linkshänder in bestimmten kreativen und räumlichen Berufen leicht überrepräsentiert, obwohl die Gründe dafür umstritten sind.
Die hauptsächliche praktische Auswirkung von Linkshändigkeit ist Umwelt: Schere, Schreibgeräte und viele Werkzeuge sind für Rechtshändergebrauch ausgelegt. Linkshänderscheren, die wirklich anders schneiden als Rechtshänderscheren (nicht nur Griffe gespiegelt), sind wert, zu haben. Griffige und Schreibgeräte für Linkshänder sind verfügbar und hilfreich, wenn das Schreiben sich entwickelt.
In der Schule ist die Sitzposition für Linkshänderkinder wichtig. Ein Linkshänder, der direkt neben einem Rechtshänder an einem Tisch sitzt, wird ständig Ellbogenclash haben; das Sitzen eines Linkshänders links von einem Paar löst dies.
Die Schriftausrichtung in Englisch geht von links nach rechts, was bedeutet, dass Linkshänderkinder gegenüber der Seite schreiben, wo ihre Hand bereits gewesen ist, statt davor, was zu Abstrichern und der "gehakten" Handgelenkposition führen kann, die viele Linkshänder annehmen, um zu sehen, was sie geschrieben haben. Das Positionieren des Papiers in einem rechtwaerts Winkel (gegen den Uhrzeigersinn) reduziert die Notwendigkeit des Handgelenkhakens.
Wann man neugierig sein sollte
Die meiste Variabilität in der Handpräferenzentwicklung ist völlig normal. Jedoch sind einige spezifische Muster wert, einem Gesundheitsbesucher oder Hausarzt zu bemerken.
Sehr starke Handpräferenz, die sehr früh etabliert ist, besonders vor 12 Monaten, kann gelegentlich reduzierte Funktion in der gegenüberliegenden Hand anzeigen. Ein Kind, das ihre linke Hand nie überhaupt benutzt, zum Beispiel, könnte eine subtile Hemiplegie (einseitige Schwäche) zeigen, statt natürliche frühe Bevorzugung.
Keine klare Bevorzugung im Alter von sechs bis sieben Jahren, wenn kombiniert mit signifikanter Schwierigkeit mit Feinmotoraufgaben (Zeichnen, Schneiden, Selbstfürsorge), kann eine Bewertung auf Entwicklungskoordinationsstörung (DCD) oder andere motorische Schwierigkeiten wert sein.
Gemischte Lateralität (unterschiedliche Hände für unterschiedliche Aufgaben auf inkonsistente Weise über die frühen Vorschuljahre hinaus zu benutzen) ist häufig und normalerweise harmlos, aber wenn kombiniert mit anderen Entwicklungsbedenken, rechtfertigt eine Bewertung.
Das Wichtigste auf einen Blick
Die Handpräferenz entsteht graduell in den Kleinkindern- und Vorschuljalten, wobei die meisten Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren eine klare und konsistente Bevorzugung zeigen. Manche Kinder bleiben viel länger ambidextrous. Weder Linkshändigkeit noch Rechtshändigkeit verleiht entwicklungsmäßige Vor- oder Nachteile. Der Versuch, die natürliche Handpräferenz eines Kindes zu ändern, ist unwirksam und kontraproduktiv. Anhaltende Inkonsistenz der Handnutzung oder sehr späte Etablierung der Bevorzugung (über Alter 6 hinaus) können eine Bewertung rechtfertigen, da sie gelegentlich zugrunde liegende motorische oder neurologische Unterschiede widerspiegeln können.