Klebrige, rote oder tränende Augen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Eltern ärztlichen Rat zum Gesundheitszustand eines kleinen Kindes suchen. Bindehautentzündung ist sehr häufig und ist normalerweise eine harmlose, selbstbegrenzende Erkrankung — aber der Anblick eines Babys oder Kleinkindes mit einer verkrusteten, rosa und tränenden Augen ist beängstigend, und Eltern möchten zu Recht wissen, ob eine Behandlung erforderlich ist und was zu tun ist.
Healthbooq unterstützt Eltern mit praktischer Anleitung zu häufigen Augenkrankheiten bei kleinen Kindern, einschließlich Bindehautentzündung, und wann ärztliche Bewertung erforderlich ist, gegenüber Behandlung zu Hause.
Arten von Bindehautentzündung
Virale Bindehautentzündung ist die häufigste Art bei Kindern und ist typischerweise mit einer oberen Atemweginfektion (Erkältung) verbunden. Sie verursacht Rötung, Tränen und einen klaren oder schleimigen (nicht dickflüssigen eitrigen) Ausfluss, oft beginnend in einem Auge und sich auf das andere ausbreitend. Sie ist hochansteckend. Sie ist selbstbegrenzend und heilt ohne Behandlung in ein bis zwei Wochen ab. Antibiotika haben bei viraler Bindehautentzündung keine Rolle.
Bakterielle Bindehautentzündung produziert einen ausgeprägteren eitrigen (gelblich-grünen eitrigen) Ausfluss, der dazu führt, dass die Augenlider zusammenkleben, besonders morgens. Sie kann ein oder beide Augen betreffen. Häufige ursächliche Bakterien sind Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae. Antibiotische Augentropfen oder Salbe (wie Chloramphenicol 0,5 %, rezeptfrei für Kinder über zwei Jahren erhältlich) verkürzen die Dauer der Infektion und begrenzen die Ausbreitung. Die Evidenz zeigt jedoch, dass milde bakterielle Bindehautentzündung bei ansonsten gesunden Kindern über zwei Jahren in den meisten Fällen innerhalb von ein bis zwei Wochen ohne Behandlung abheilt; abwartendes Verhalten ist daher bei milden, unkomplizierten Fällen angemessen.
Allergische Bindehautentzündung verursacht bilateral rote, juckende, tränende Augen, oft in Verbindung mit anderen allergischen Symptomen (Niesen, Nasenverstopfung, Hautreaktionen). Sie ist nicht infektiös und nicht ansteckend. Sie ist mit Heuschnupfen (allergischer Rhinitis) und atopischen Erkrankungen verbunden. Die Behandlung umfasst antihistaminhaltige Augentropfen, orale Antihistamine und Natrium-Cromoglycataugentropfen.
Neugeborenen-Bindehautentzündung: Ophthalmia Neonatorum
Bindehautentzündung in den ersten achtundzwanzig Lebenstagen (Ophthalmia Neonatorum) ist eine andere und ernstere Präsentation, die prompte ärztliche Bewertung erfordert. Bei Neugeborenen kann Bindehautentzündung durch Neisseria gonorrhoeae (gonorrhoisch — tritt in den ersten Tagen des Lebens auf) oder Chlamydia trachomatis (chlamydial — tritt eine bis zwei Wochen nach der Geburt auf) verursacht werden, die beide während der Entbindung von infizierten mütterlichen Sekreten übertragen werden. Diese Infektionen erfordern systemische Antibiotikabehandlung und können schwere Augenschäden verursachen, wenn sie unbehandelt bleiben. Jede Bindehautentzündung bei einem Baby unter vier Wochen sollte dringend bewertet werden.
Praktische Behandlung
Unabhängig von der Art der Bindehautentzündung ist sanfte Reinigung der Augenlider hilfreich — mit einem sauberen, mit steriler Kochsalzlösung (oder abgekühltem gekochtem Wasser) getränkten Wattepadchen von der inneren zum äußeren Augenwinkel wischen, wobei für jeden Wisch ein frisches Stück Wattestäbchen verwendet wird. Dies entfernt Ausfluss und reduziert Unbehagen.
Kinder mit infektiöser Bindehautentzündung sollten keine Kindertagesstätte, Schule oder Kinderbetreuung besuchen, bis der Ausfluss abgeklungen ist (UKHSA-Leitlinien). Hände sollten häufig gewaschen werden. Handtücher und Waschlappen sollten nicht geteilt werden.
Ein Hausarztbesuch ist angezeigt für: Bindehautentzündung bei Babys unter vier Wochen; schwere oder sich verschlimmernde Symptome; Bindehautentzündung verbunden mit signifikanter Augenlidschwellung (präseptale Zellulitis — eine potenziell schwere Infektion, die dringende Bewertung erfordert); Photophobie oder Sehstörungen; oder Besserung mit Antibiotikabehandlung nach achtundvierzig Stunden nicht erfolgt.
Das Wichtigste auf einen Blick
Bindehautentzündung — eine Entzündung der Bindehaut (die Membran, die das Weiße des Auges bedeckt und die Augenlider auskleidet) — ist bei kleinen Kindern häufig und kann durch virale Infektionen, bakterielle Infektionen oder allergische Reaktionen verursacht werden. Die meisten Bindehautentzündungen bei Kindern sind viral und selbstbegrenzend und erfordern keine Antibiotika-Behandlung. Bakterielle Bindehautentzündung produziert typischerweise einen ausgeprägteren eitrigen (eiternden) Ausfluss und kann von antibiotischen Augentropfen profitieren, obwohl die Evidenz für die Behandlung milder bakterieller Bindehautentzündung mit Antibiotika gegenüber abwartendem Verhalten in den meisten Fällen nicht eindeutig für Antibiotika spricht. Neugeborenen-Bindehautentzündung erfordert eine prompte ärztliche Bewertung wegen der Möglichkeit ernsterer Ursachen.