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Zittern und Schreckreflex bei Neugeborenen: Was ist normal

Zittern und Schreckreflex bei Neugeborenen: Was ist normal

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Junge Eltern beobachten oft Bewegungen bei ihrem Neugeborenen, die Besorgnis auslösen — der dramatische Schreckreflex, das zitternde Kinn nach einem Schrei, das kurze rhythmische Zittern einer Gliedmaße. Die meisten dieser Bewegungen sind völlig normale Merkmale des unreifen neonatalen Nervensystems, aber zu verstehen, welche Bewegungen beruhigend sind und welche ärztliche Aufmerksamkeit erfordern, benötigt spezifisches Wissen, das nicht immer während der frühen Entlassung aus dem Krankenhaus vermittelt wird.

Healthbooq unterstützt Eltern durch die manchmal verwirrenden Beobachtungen der Neugeborenenzeit mit evidenzbasierter Anleitung darüber, welche Befunde normal sind und welche eine Diskussion mit einem Besuchshebamme oder Arzt rechtfertigen.

Der Moro-Reflex (Schreckreflex)

Der Moro-Reflex ist einer der dramatischsten und erschreckendsten Neugeborenreflexe. Er wird durch eine plötzliche Positionsänderung oder ein lautes Geräusch ausgelöst und besteht aus einer schnellen bilateralen Armausstrahlung (Arme fliegen nach außen), gefolgt von einer kurzen umarmungsähnlichen Rückkehr der Arme zur Mittellinie, oft begleitet von einem kurzen Schrei. Es ist ein unwillkürlicher, normaler Reflex, der durch Hirnstammschaltkreise vermittelt wird und die Unreife des kortikalen Motorsystems widerspiegelt, das ihn schließlich unterdrücken wird.

Der Moro-Reflex ist von Geburt an vorhanden und verschwindet typischerweise zwischen drei und sechs Monaten, wenn die sich entwickelnde Hirnrinde primitive Reflexe zunehmend hemmt. Seine Asymmetrie — eine Seite reagiert weniger als die andere — kann auf eine neurologische oder orthopädische Abnormalität hindeuten (z. B. eine Erb-Lähmung durch eine schwierige Geburt) und rechtfertigt eine Bewertung.

Zappeligkeit bei Neugeborenen

Neonatale Zappeligkeit — schnelles, rhythmisches Zittern, das Kinn, Kiefer, Gliedmaßen oder Zunge betrifft — wird bei bis zu vierzig Prozent normaler Neugeborener beobachtet und ist die häufigste Bewegungsstörung in der Neugeborenenzeit. Sie ist in den ersten Lebenstagen am stärksten und nimmt in Häufigkeit und Intensität über die ersten Wochen ab, während das Nervensystem reift.

Das wesentliche unterscheidende Merkmal der gutartigen Zappeligkeit von Anfallsaktivität ist, dass Zappeligkeit reizabhängig ist (sie wird durch Handhabung, Lärm oder Kälte ausgelöst) und durch sanfte Fixierung unterdrückt wird — das Stillhalten der Gliedmaße stoppt die Bewegung. Anfälle hingegen werden nicht durch Stimulation ausgelöst, werden nicht durch Fixierung unterdrückt und sind oft mit anderen Merkmalen verbunden, wie z. B. Augenbewegungen (die Augen bewegen sich zur Seite), rhythmisches Augenblinzeln, Farbveränderungen (Blässe oder Blausucht) oder verändertes Bewusstsein.

Zappeligkeit, die sehr ausgeprägt ist, über die ersten zwei bis drei Wochen hinaus sehr anhaltend ist, oder mit Merkmalen verbunden ist, die eher auf Anfälle als auf Zappeligkeit hindeuten, rechtfertigt sofortige ärztliche Bewertung.

Wenn Zappeligkeit auf ein zugrundeliegendes Problem hinweisen kann

Obwohl die meisten neonatalen Zappeligkeit gutartig ist, reflektiert sie in einigen Fällen eine zugrundeliegende Stoffwechsel- oder neurologische Ursache. Niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) ist eine der häufigsten Stoffwechselursachen und ist wahrscheinlicher bei Babys von diabetischen Müttern, zu große oder zu kleine Babys im Verhältnis zum Gestationsalter, Frühgeburten und Babys, die kalt sind, nicht gut füttern oder ständig zappelig sind. Hypoglykämie bei Neugeborenen kann neurologische Verletzungen verursachen und erfordert sofortige Bewertung; wenn Bedenken bezüglich der Fütterung, Farbe oder Energie des Babys zusammen mit Zappeligkeit bestehen, sollte ein Arzt oder Hebamme kontaktiert werden.

Niedriges Kalzium (Hypokalzämie) kann auch neonatale Zappeligkeit verursachen und ist häufiger bei Babys von Müttern mit Vitamin-D-Mangel.

Erkennung von Neugeborenenäußerungen

Neugeborenenäußerungen sind subtil und ähneln typischerweise nicht den Krämpfen, die bei älteren Kindern zu sehen sind. Merkmale, die auf Neugeborenenäußerungen hindeuten können, sind: sich wiederholende, stereotypisierte Bewegungen, die das Baby nicht wahrzunehmen scheint (zyklische Bewegungen der Beine, Saug- oder Kaubewegungen, rhythmisches Blinzeln); Augenbewegung; Farbveränderung (Blässe, Blausucht oder Rötung); Atemanhalt; und abnormale Änderungen des Muskeltonus. Diese Merkmale erfordern sofortige ärztliche Bewertung.

Jedes Neugeborene, das akut unwohl erscheint — abnormal schlaff, ungewöhnlich blass, reagiert nicht normal oder hat abnormale sich wiederholende Bewegungen — sollte dringend bewertet werden, wobei 999 angerufen wird, wenn das Baby sehr unwohl ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

Zittern, Zappeligkeit und der Moro-Reflex (Schreckreflex) sind häufige, normale Befunde bei Neugeborenen, die oft elterliche Besorgnis auslösen. Zappeligkeit bei Neugeborenen — rhythmisches, schnelles Zittern des Kinns, der Gliedmaßen oder des Unterkiefers — wird bei bis zu vierzig Prozent normaler Neugeborener beobachtet und spiegelt die Unreife des neonatalen Nervensystems wider. Dies ist fast immer harmlos und selbstlimitierend. Jedoch können abnormale Bewegungen bei Neugeborenen — besonders solche, die nicht durch sanfte Fixierung gestoppt werden, mit Augenbewegungen oder Farbveränderungen verbunden sind oder über die ersten Wochen hinaus anhalten — auf Anfallsaktivität hindeuten und eine sofortige ärztliche Bewertung rechtfertigen.