Bildschirmzeit in der frühen Kindheit ist einer der meistdiskutierten Themen in der modernen Elternschaft und einer der Bereiche, in denen das elterliche Schuldgefühl am höchsten im Verhältnis zu den tatsächlichen Beweisen ist. Das Verständnis dessen, was die Forschung tatsächlich über Bildschirmnutzung bei jungen Kindern zeigt, welche Bedenken gut unterstützt werden und welche mehr spekulativ sind, und wie man Anleitung auf die Realität des Familienlebens anwendet, hilft Eltern, informierte, ausgewogene Entscheidungen zu treffen, anstatt sich ständig bei unmöglichen Standards verletzt zu fühlen.
Healthbooq unterstützt Eltern mit evidenzgestützter Anleitung zu den großen Fragen der frühen Kindheit, einschließlich der Nutzung digitaler Medien und wie man diese durchdacht in das Familienleben integriert.
Was die aktuelle Anleitung empfiehlt
Die Hauptorganisationen, die eine Anleitung zur Bildschirmzeit bei jungen Kindern bereitstellen - einschließlich der Weltgesundheitsorganisation, der American Academy of Pediatrics und des Royal College of Paediatrics and Child Health (RCPCH) - empfehlen im Allgemeinen, die Bildschirmnutzung in den frühen Jahren erheblich zu begrenzen, mit spezifischer Anleitung für verschiedene Altersgruppen.
Für Kinder unter achtzehn Monaten bis zwei Jahren besteht die Anleitung darin, Bildschirme außer Videoanrufen zu vermeiden (z. B. FaceTime mit Großeltern), die andere interaktive Merkmale als passive Anschauung aufweisen. Für Kinder zwei bis fünf Jahre werden weniger als eine Stunde Bildschirmzeit pro Tag empfohlen, wobei Co-Viewing (gemeinsames Ansehen mit einem Elternteil) und Diskussion des Inhalts gegenüber unbeaufsichtigtem passiven Ansehen bevorzugt werden.
Das RCPCH nimmt eine etwas nuanciertere Position ein und bemerkt, dass die Beweise für Schaden durch Bildschirmzeit als solche nicht konsistent sind, und empfiehlt, dass Familien überprüfen sollten, ob Bildschirmzeit Schlaf, körperliche Aktivität, Spiel und Interaktion verdrängt - die "Verdrängungshypothese" - anstatt sich rein auf Zeitlimits zu konzentrieren.
Die Bedenken: Was Beweis unterstützt
Das konsistenteste unterstützte Anliegen bezüglich übermäßiger Bildschirmzeit bei jungen Kindern ist die Verdrängungseffekt: Zeit, die auf Bildschirmen verbracht wird, ist Zeit, die nicht auf Schlaf, körperlicher Aktivität, Außenspiel, von Angesicht zu Angesicht Interaktion und selbstgerichtetes Spiel verbracht wird - alle von denen starke positive Entwicklungsverbindungen haben. Das Anliegen ist weniger eine direkte schädliche Wirkung des Inhalts und eher das, was er ersetzt.
Sprachentwicklung ist der Bereich, in dem die Forschung die konsistentesten Verbindungen zwischen Bildschirmzeit und Entwicklungseffekten gefunden hat. Wortschatzerwerb bei Kindern unter zwei Jahren wird nicht durch Solo-Ansicht von Lehrmedien unterstützt: Forschung über "Video-Defizit" zeigt, dass Kinder unter zwei Jahren Sprache viel weniger wirksam aus Videos lernen als aus Live-Interaktion. Dies ist die Grundlage für die Empfehlung unter zwei Jahren.
Schnelltempo-Inhalte - charakterisiert durch schnelle Szenenwechsel, schnelle Übergänge und ständige Stimulation - wurden in einigen Studien mit Aufmerksamkeitsschwierigkeiten verbunden. Langsam paced, Lehrinhalte tragen die gleichen Verbindungen nicht.
Bedtime-Bildschirmnutzung - Bildschirme in der Stunde vor dem Schlafengehen und in der Schlafumgebung - ist mit verzögertem Schlafbeginn und verringerter Schlafdauer verbunden, die unter den robustesten unterstützten Bedenken sind.
Praktische Anwendung
Das Anwenden von Bildschirmzeit-Anleitung auf das reale Familienleben beinhaltet Urteilsvermögen anstelle von starrer Einhaltung. Videoanrufe mit Großeltern sind nicht gleichbedeutend mit Hinterground-Fernsehen. Eine dreißig-Minuten-Episode eines ruhigen, altersgerechten Programms, das neben einem Elternteil angesehen wird, ist nicht gleichbedeutend mit zwei Stunden unbeaufsichtigtes Scrollen. Der Elternteil, der eine kurze Bildschirmzeit verwendet, um zu duschen, eine Mahlzeit zu bereiten oder einen schwierigen Moment zu bewältigen, trifft eine vernünftige praktische Entscheidung.
Der nützlichere Rahmen ist die Verdrängungsfrage: verdrängt Bildschirmzeit in dieser Familie Schlaf, Außenzeit, körperliches Spiel und Angesicht-zu-Angesicht-Interaktion? Wenn nicht - wenn das Kind reichlich Schlaf, aktives Spiel, Außenzeit und reiche verbale Interaktion mit Betreuern hat - ist eine bescheidene Menge an Bildschirmzeit neben diesen Dingen unwahrscheinlich schädlich. Wenn Bildschirme die dominierende Aktivität des Tages des Kindes sind, oder wenn sie als Ersatz für Interaktion anstelle eines Additivs verwendet werden, ist es lohnenswert, das Gleichgewicht zu überdenken.
Das Wichtigste auf einen Blick
Die aktuelle Anleitung zur Bildschirmzeit bei Kleinkindern empfiehlt, Bildschirmnutzung bei Kindern unter zwei Jahren zu vermeiden (mit Ausnahme von Videoanrufen mit der Familie), und die Nutzung auf weniger als eine Stunde pro Tag für Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren zu begrenzen, wobei hochwertige, interaktive oder lehrreiches Inhalte mit einem Betreuer bevorzugt werden. Die Hauptanliegen im Zusammenhang mit übermäßiger Bildschirmnutzung bei jungen Kindern sind: Verdrängung von Schlaf, körperlicher Aktivität, Spiel und von Angesicht zu Angesicht Interaktion; Exposition gegenüber schnellem Inhalte, die die Aufmerksamkeitsentwicklung beeinträchtigen können; und passives Ansehen anstelle von engagierter Interaktion. Das Anliegen ist nicht Bildschirme als solche, sondern die Verdrängungswirkung übermäßiger Nutzung und die Qualität und der Kontext der Inhalte.